Was ist LoRa und MeshCom?

Mit Funk kann man nicht nur miteinander sprechen. Es ist auch möglich, kurze Textnachrichten über Funk zu übertragen – ähnlich wie eine SMS, nur ohne Mobilfunknetz und ohne Internet. Genau darum geht es bei MeshCom. Kleine Funkgeräte senden und empfangen Textnachrichten und können diese auch an andere Stationen weitergeben. Als Funktechnik kommt dabei unter anderem LoRa zum Einsatz.

Was ist LoRa?

LoRa ist zunächst einmal nichts anderes als eine besondere Art, digitale Informationen über Funk zu übertragen. Statt Sprache werden kleine Datenpakete ausgesendet. Darin kann zum Beispiel eine kurze Textnachricht enthalten sein.

Der große Vorteil von LoRa ist die mögliche Reichweite bei sehr geringer Sendeleistung. Für eine Verbindung werden weder ein Mobilfunkmast noch WLAN oder ein Internetanschluss benötigt. Zwei entsprechend ausgerüstete Funkstationen können direkt miteinander kommunizieren, sofern die Funkbedingungen eine Verbindung zulassen.

Für Funkamateure kann man es vereinfacht so betrachten: Statt Sprache, CW oder einer klassischen digitalen Betriebsart wird ein kleines Datenpaket über Funk übertragen. LoRa beschreibt dabei die verwendete Funktechnik – MeshCom baut darauf ein Kommunikationssystem auf.

Was ist MeshCom?

MeshCom macht aus einzelnen LoRa-Funkstationen ein gemeinsames Funknetz. Eine Nachricht muss dabei nicht unbedingt direkt vom Absender bis zum Empfänger gelangen. Andere MeshCom-Stationen können eine empfangene Nachricht automatisch weitergeben.

Ein einfaches Beispiel: Station A möchte eine Nachricht an Station C senden, kann C aber aufgrund der Entfernung nicht direkt erreichen. Befindet sich dazwischen Station B, kann diese die Nachricht empfangen und weitergeben. Auf diese Weise können mehrere Stationen gemeinsam eine größere Entfernung überbrücken.

Das Besondere daran: Der Funkamateur muss diesen Weg nicht selbst auswählen. Die beteiligten Stationen übernehmen die Weitergabe automatisch. Je mehr geeignete Stationen vorhanden sind, desto größer kann das erreichbare Funknetz werden.

MeshCom anschaubild

Und welche Rolle spielt das Internet?

MeshCom kann grundsätzlich ohne Internet und ohne Mobilfunknetz funktionieren. Die Nachrichten werden dabei direkt per Funk von Station zu Station übertragen und bei Bedarf von weiteren MeshCom-Stationen weitergeleitet.

Zusätzlich können bestimmte MeshCom-Stationen mit dem Internet verbunden sein. Solche Stationen können Nachrichten zwischen räumlich weit voneinander entfernten Funknetzen übertragen. Dadurch kann beispielsweise eine Nachricht zunächst per Funk in Hamburg eine Gateway-Station erreichen, anschließend über das Internet zu einem Gateway in Süddeutschland gelangen und dort wieder per Funk ausgesendet werden.

Für den Benutzer ändert sich dabei wenig: Er sendet seine Nachricht wie gewohnt über seine MeshCom-Station. Je nach vorhandenem Netz findet die Nachricht ihren Weg nur über Funk oder zusätzlich über eine Internetverbindung.

Wichtig ist dabei: Das Internet ersetzt den Funk nicht. Es erweitert lediglich die möglichen Wege einer Nachricht. Lokale Funkverbindungen können auch dann noch funktionieren, wenn keine Internetverbindung vorhanden ist.

MeshInternet

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Ihr möchtet mehr über MeshCom erfahren, die Technik einmal selbst ausprobieren oder bei unserem Projekt mitmachen? Dann schreibt uns einfach. Egal ob Funkamateur, Technikinteressierter oder einfach nur neugierig – ihr seid herzlich willkommen.

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