Der große E-Lizenz-Test: Was ist meine deutsche Klasse E in Europa eigentlich wert?
100 Watt auf 15 Meter – aber kein einziges Watt auf 20 Meter. 75 Watt auf 23 Zentimeter – und Betrieb bis weit in den Gigahertz-Bereich. So sehen einige der Möglichkeiten der deutschen Amateurfunkklasse E aus. Aber ist diese Aufteilung eigentlich typisch für eine europäische Novice-Lizenz? Ein Blick über die Grenze lässt daran zumindest Zweifel aufkommen.
Denn „Novice“ ist in Europa keineswegs gleich „Novice“. Während Deutschland bestimmte Kurzwellenbänder der Klasse A vorbehält, dürfen Funkamateure vergleichbarer Lizenzstufen in anderen Ländern teilweise auf deutlich mehr Bändern arbeiten. Anderswo wiederum ist die Prüfung möglicherweise anders aufgebaut, die Leistung geringer oder der technische Umfang größer. Und Großbritannien verfolgt mit Foundation, Intermediate und Full noch einmal ein ganz anderes Konzept.
Deshalb machen wir den großen Test. Wir vergleichen nicht einfach nur Wattzahlen und Frequenzen. Wir wollen wissen: Was muss ein Funkamateur in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Großbritannien und weiteren europäischen Ländern tatsächlich lernen? Wie umfangreich ist die Prüfung? Welche technischen Kenntnisse werden verlangt? Und vor allem: Was bekommt man anschließend für diesen Aufwand?
Dabei drehen wir den Vergleich anschließend noch einmal um. Denn die deutsche Klasse E ist eine CEPT-Novice-Lizenz. Was passiert also, wenn ein deutscher E-Lizenzinhaber seinen Transceiver einpackt und ins europäische Ausland fährt? Darf er dort funken? Auf welchen Bändern? Mit welcher Leistung? Und gibt es möglicherweise Länder, in denen ihm seine deutsche E-Lizenz plötzlich Möglichkeiten eröffnet, die er zu Hause in Deutschland gar nicht hat?
Am Ende soll daraus ein echtes Europa-Ranking entstehen: Wo bietet eine Novice-Lizenz die meisten Möglichkeiten? Wo ist der Weg zur Lizenz vergleichsweise anspruchsvoll – und wo bekommt man für einen überschaubaren Prüfungsaufwand erstaunlich umfangreiche Rechte? Und natürlich die entscheidende Frage für deutsche E-Lizenzinhaber:
In welchem europäischen Land ist meine deutsche E-Lizenz am meisten wert – und wo kann ich damit praktisch nichts anfangen?
Wir werden dafür nicht nur Webseiten und Tabellen vergleichen. Grundlage sollen die aktuellen nationalen Bestimmungen, CEPT-Regelungen und offiziellen Prüfungs- bzw. Lerninhalte der einzelnen Länder sein.
Vielleicht zeigt sich am Ende, dass die deutsche Klasse E besser ist als ihr Ruf. Vielleicht stellt sich aber auch heraus, dass andere Länder ihren Novices erheblich mehr zutrauen. Und vielleicht entdecken wir Regelungen, mit denen wir überhaupt nicht gerechnet haben.
Deutschland gegen Europa. Prüfungsaufwand gegen Betriebsrechte. Lernen gegen das, was man anschließend tatsächlich darf.
Demnächst auf der E38-Webseite: Der große E-Lizenz-Test – was ist meine Lizenz in Europa wirklich wert?
