WAE SSB von Zypern – P3CR on the Air!
Zypern, Sonne, Mittelmeer – und mittendrin ein Contestteam mit reichlich Funktechnik im Gepäck. Was könnte es für Funkamateure Schöneres geben? Für den WAE SSB machte sich ein Team aus Deutschland auf den Weg ins östliche Mittelmeer, um unter dem Rufzeichen P3CR ordentlich Betrieb auf den Bändern zu machen.
Doch wie jeder erfahrene Contester weiß: Sobald der Startschuss fällt, hat meistens auch Murphy seinen Koffer ausgepackt …
Klaus Wöhler, DF9XV, berichtet von einer Contestreise nach Zypern, bei der neben Punkten und QTCs vor allem eines nicht zu kurz kam: der Spaß am Amateurfunk.
WAE SSB von Zypern als P3CR
von Klaus Wöhler, DF9XV
Von einem kleinen Dorf zwischen Limassol und Paphos im Süden Zyperns waren DD1MAT, Nick, DJ5MO, Jelmer, DM6DX, Robby und DL7AT, Andy beim WAE SSB im September QRV. Das QTH liegt 450m über dem Meeresspiegel und der Strand ist etwa 15 Autominuten entfernt. Die Unterkunft von Valdas, 5B4AOF hatte das Team für den WAE angemietet. Die Station ist gut ausgestattet: Ein Yaesu FT101D und ein Kenwood TS-590 SG, Bandfilter und Endstufen (ACOM) bilden den Kern des Shacks. Die verfügbaren Antennen decken alle Kurzwellenbänder ab: Optibeam OB17-4 (40m bis 10m), eine Quad (20m bis 10m), λ/4 Vertical für 40m, Δ-Loop und inverted L für 80m und inverted L für 160m. Als RX-Antenne dient eine Beverage in Form einer BOG für 160 und 80m.
Durch die Gassen muss er passen
Die Anreise nach Larnaca vom Treffpunkt am Flughafen München lief für das Team problemlos. Bei der einstündigen (Schlagloch) „Such“-Fahrt mit einem Mietauto durch teils enge Gassen stellte sich bisweilen die Frage, ob die Außenspiegel wohl anzuklappen seien. Aber bald kamen die Antennen in Sicht. „Bei rund 30°C wurden wir von Valdas begrüßt und mit den Funktionalitäten des Hauses vertraut gemacht. Als Selbstversorger war dann noch ein Einkauf vor Ort nötig, alles war so weit bestens“, berichtete Robby und fährt fort „nach einer Taktikbesprechung und dem aufgestellten Operatorplan konnten wir dann beruhigt in die erste Nacht gehen, um am nächsten Tag alles zu prüfen.“ Zur leistungstechnischen Ergänzung der Station, hatte Robby eine RF2K-S Endstufe im Gepäck.
Guter Running-Start, aber…
Die ersten Stunden des WAE, der vor Ort um 03.00 Uhr beginnt, liefen mit guten Runnings. Jedoch trat auch schnell Ernüchterung zum Stichwort „very quiet location“ beim am QTH vorhandenen Noise Level ein: Ohne und mit Noise Blanker waren keine QSOs mit schwachen Signalen möglich. Der Noise Blanker war fast immer eingeschaltet. „Wechselrichter der Solaranlagen, Klimaanlagen in der Nachbarschaft, Freiverkabelung der Stromnetzversorgung und das fast schon übliche Thema mit Billigschaltnetzteilen gestalteten den Empfang insbesondere auf 80m und 40m zumindest als schwierig,“ sagte Andy, DL7AT.
Berge – nicht immer schön
Etwas hinderlich waren auch die Gebirgszüge im Norden der Insel: Die Abstrahlung der Antennen wurde durch die Geografie ziemlich beeinträchtigt. „Das war für den Europaverkehr insbesondere in Richtung DL nicht schön,“ erzählt Jelmer und Robby fügt hinzu: „das ist kein Gewinner-Standort. Nach Süden alles ok, aber P3X, der als Single Op mitmachte, war nördlich von uns mit seinem QTH deutlich besser am Drücker.“
P3CR trotz Handbremse auf Platz 2
Die erreichten 2214 QSO und 2208 QTC erbrachten rd. 2,2 Mio Punkte, was nach den RAW-Ergebnissen zu Platz zwei in der Kategorie Multi-Operator außerhalb Europas reicht. Nur CR3W liegt vor dem P3CR-Team. „Die Low-Band-Multis fehlen uns natürlich. Aber wir hatten mit Murphy zeitweise ungebetenen Besuch. Er hatte heimlich den Rotor für den Opti-Beam abgeschaltet und zudem die Richtung Südwest als sinnvoll erachtet. Wir aber nicht! Auf Madeira waren wir mit 59+20dB zu hören und in Europa fast gar nicht mehr,“ Andy wirkte etwas zerknirscht. Robby ergänzte, dass das dann Funkbetrieb mit angezogener Handbremse gewesen sei. „Der Rückgriff auf die Quad Antenne half aber etwas,“ sagte Nick. Robby fügte hinzu: „Es war deutlich zu spüren, dass am Contestsonntag viele die Geige schon früh eingepackt hatte, denn die Beteilung -soweit wir es vernehmen konnten- ließ erkennbar nach.“ So ging dann der Contest relativ unspektakulär dem Ende entgegen.
Contestaktion P3CR war die Reise wert
Der Contest war für das Team nahezu eine „Green Expedition“, wie Robby es nannte. Der 45 KW-Batteriespeicher war am Sonntag leergefunkt und Valdas musste „mechanisch“ auf die Stromversorgung aus dem öffentlichen Netz umschalten. Das Erlebnis Zypern war für alle trotz kleinerer Hürden und gewissen Einschränkungen sehr positiv. „Die Stimmung im Team war bestens. „Fröhlichkeit, Spaß, Humor und Lachen kam nie zu kurz,“ sind sich die Teammitglieder einig. Die Zeit nach dem Contest war vom weiteren Kennenlernen der lokalen Gastronomie und entspannten Pool-Aufenthalten geprägt, bevor es dann am 15.September wieder per Flieger nach DL ging.
