MeshCom bei E38 – DO4UB-12 ist in der Luft!

Unser MeshCom-Projekt hat einen weiteren Meilenstein erreicht: DO4UB-12 ist fertig aufgebaut, auf seinem Mast montiert und hat den Testbetrieb aufgenommen!

Der Standort befindet sich in Hamburg-Ochsenwerder. Die Antenne sitzt derzeit in rund 15 Metern Höhe und die gesamte Station wird über Solarenergie versorgt. Damit arbeitet unser kleiner Funkknoten unabhängig vom öffentlichen Stromnetz. Und das Beste: Er funkt bereits fleißig mit seinen Nachbarn im Umkreis 20km Luftlinie . Ganz ohne große Leistung und aufwendige Antennentechnik.

Was ist eigentlich MeshCom?

MeshCom ist ein digitales Kommunikationsnetz, das auf der LoRa-Funktechnologie basiert. Darüber können kurze Textnachrichten, Positionsinformationen und weitere Daten zwischen Funkstationen ausgetauscht werden. Überwacht wird das über einen eingebauten Webserver auf dem Gerät, wo alle Informatinen angezeigt werden.

Das Besondere daran: MeshCom benötigt für die eigentliche Funkkommunikation weder Mobilfunk noch Internet.

Die einzelnen Stationen bilden ein sogenanntes Mesh-Netzwerk. Dabei können Nachrichten über mehrere Funkknoten weitergeleitet werden, bis sie ihr Ziel erreichen. Eine Station muss ihren Empfänger also nicht unbedingt direkt hören können.

Einige Stationen arbeiten zusätzlich als Gateway. Sie verbinden das Funknetz mit der MeshCom-Serverinfrastruktur und ermöglichen damit auch die Kommunikation über größere Entfernungen. Unser DO4UB-12 übernimmt genau diese Aufgabe: Er ist sowohl Funkknoten als auch Gateway.

Wer sich ausführlicher mit der Technik beschäftigen möchte, findet in unserem bereits veröffentlichten Artikel weitere Informationen über LoRa, MeshCom und die Möglichkeiten dieser interessanten Betriebsart.

Welche Technik steckt in DO4UB-12?

Das Herzstück unserer Station ist ein LilyGo T-LoRa V2.1.6, auf dem die MeshCom-Firmware 4.40a läuft.

Die derzeitige technische Ausstattung:

  • Funkmodul: LilyGo T-LoRa V2.1.6
  • Firmware: MeshCom 4.40a
  • Frequenz: 433,175 MHz
  • Sendeleistung: 100 mW
  • Antenne: Doppelter 5/8-λ-Rundstrahler mit praktisch keinem nennenswerten Gewinn
  • Antennenhöhe: ca. 15 Meter
  • Stromversorgung: Solar
  • Betriebsart: MeshCom-Funkknoten mit Gateway-Funktion
  • Rufzeichen: DO4UB-12
LoRa Board
5/8 Rundstrahler

Für den Anfang verwenden wir bewusst noch eine relativ einfache Antenne. Der doppelte 5/8-λ-Strahler liefert in unserer derzeitigen Konfiguration praktisch keinen nennenswerten Gewinn.

Das ist allerdings durchaus beabsichtigt. Wir möchten zunächst herausfinden, was mit einem freien Standort, etwas Antennenhöhe und gerade einmal 100 mW Sendeleistung möglich ist.

Die ersten Ergebnisse machen neugierig

Bereits während der ersten Teststunden konnten mehrere MeshCom-Stationen direkt über Funk erreicht werden.
Auch die Einbindung in das bestehende Mesh funktioniert. Über benachbarte Stationen werden weitere Funkknoten sichtbar, die DO4UB-12 nicht unmittelbar erreichen kann.
Besonders interessant ist dabei, wie sich das Netz selbst organisiert und welche Stationen untereinander Verbindungen aufbauen.

Die bisherigen Beobachtungen zeigen außerdem, dass die Höhe des Antennenstandorts eine wichtige Rolle spielt. Und genau hier möchten wir in den kommenden Wochen weiter experimentieren.

Wie geht es weiter?

Noch befindet sich DO4UB-12 ausdrücklich in der Testphase.

Wir beobachten derzeit die Stabilität des Solarbetriebs, die Qualität der Funkverbindungen und die Anzahl der direkt erreichbaren Stationen.
Als nächster Schritt ist der Austausch der bisherigen Antenne gegen eine leistungsfähigere Stationsantenne vorgesehen.
Dann möchten wir herausfinden, welchen Unterschied der zusätzliche Antennengewinn tatsächlich macht. Dabei bleiben Standort, Antennenhöhe und Sendeleistung möglichst unverändert, damit sich die Ergebnisse vernünftig vergleichen lassen.
Vielleicht entdecken wir dabei sogar Funkverbindungen, mit denen wir bisher überhaupt nicht gerechnet haben.
Und natürlich werden wir über die weiteren Ergebnisse auf unserer Webseite berichten.

DO4UB-12 ist also fertig aufgebaut, aber unsere Experimente haben gerade erst begonnen.

Oder anders gesagt: Der kleine Kerl sitzt jetzt auf seinem Mast, bekommt seinen Strom von der Sonne und unterhält sich mit der Nachbarschaft. Was will man mehr?

73 de DO4UB – OV E38 Süd Stormarn

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