E38 DX-Cluster – Was läuft gerade auf den Bändern?
Endlich fertig – der E38 DX-Cluster ist da!
Was als vermeintlich einfache Idee begann – „Wir zeigen einfach ein paar aktuelle DX-Spots auf der Webseite an“ – entwickelte sich zwischendurch zu einer bemerkenswert effektiven Methode, den Webmaster in den Wahnsinn zu treiben.
Es wurden Tabellen geschubst, Spalten verschoben, Rufzeichen zerlegt, Länder gesucht, Bandpläne gewälzt und Betriebsarten erraten. Dazu kamen APIs, die offenbar beschlossen hatten, ihre ganz eigenen Vorstellungen davon zu entwickeln, welches Land eigentlich zu welchem Rufzeichen gehört.
Kurzum: API-Terroristen waren am Werk.
Mal gehörte das Land zum Spotter statt zur DX-Station, mal wusste niemand so genau, ob auf einer Frequenz gerade CW, SSB oder eine digitale Betriebsart gemeint war – und wenn endlich alles passte, war garantiert irgendeine Tabellenspalte wieder drei Millimeter zu breit.
Nach reichlich Programmierarbeit, Tests und einigen sehr persönlichen Gesprächen mit PHP, JavaScript und diversen Tabellen ist es nun aber geschafft:
Der E38 DX-Cluster läuft!
Spaß beiseite …
Damit steht unserer Webseite ein wirklich interessantes Werkzeug zur Verfügung.
Der E38 DX-Cluster zeigt fortlaufend aktuelle Meldungen aus dem internationalen Amateurfunkverkehr. Die Anzeige aktualisiert sich automatisch alle 30 Sekunden; wer nicht warten möchte, kann mit „Jetzt aktualisieren“ sofort neue Meldungen abrufen.
Die Spots können nach Amateurfunkband und Betriebsart gefiltert werden. Häufig verwendete digitale Betriebsarten wie FT8, FT4 und RTTY lassen sich dabei separat auswählen. Zusätzlich können ausschließlich Meldungen angezeigt werden, die von deutschen Funkamateuren gespottet wurden.
Neben Rufzeichen, Frequenz und Spotter versucht unser Cluster außerdem, das Land der gehörten DX-Station sowie die verwendete Betriebsart möglichst sinnvoll darzustellen. Wo die Betriebsart nicht ausdrücklich im Spot angegeben wurde, wird sie anhand von Frequenz, Band und der betreffenden IARU-Region eingeordnet. Ist eine eindeutige Zuordnung nicht möglich, bleibt das Feld bewusst offen – lieber keine Angabe als eine erfundene.
Für Einsteiger: Was ist eigentlich ein DX-Cluster?
Ein DX-Cluster kann man sich vereinfacht als eine Art weltweites Meldesystem für Funkamateure vorstellen.
Ein Funkamateur hört beispielsweise eine interessante oder seltene Station. Statt diese Entdeckung für sich zu behalten, meldet er sie an einen DX-Cluster. Eine solche Meldung nennt man einen Spot.
Darin steht im Wesentlichen:
„Ich habe diese Station gerade auf dieser Frequenz gehört.“
Andere Funkamateure können diesen Spot nahezu unmittelbar sehen und wissen dadurch, wo gerade interessante Stationen aktiv sind.
In unserer Tabelle bedeutet DX die gemeldete Station, Frequenz zeigt, wo sie zu finden ist, Band ordnet die Frequenz einem Amateurfunkband zu und Spotter ist der Funkamateur, der die Meldung abgegeben hat. Unter Land zeigen wir das ermittelte Land der DX-Station. Info enthält zusätzliche Angaben des Spotters – beispielsweise zur Betriebsart, zu einem Contest, einer Aktivierung oder zur Empfangssituation.
Und wozu braucht man das?
Natürlich kann man weiterhin ganz klassisch über die Bänder drehen und selbst nach interessanten Signalen suchen – und genau das macht einen großen Teil des Reizes unseres Hobbys aus.
Der Cluster ist aber ein zusätzlicher Blick darauf, was gerade irgendwo auf den Bändern passiert.
Taucht beispielsweise eine seltene DX-Station auf 20 Metern auf, verbreitet sich diese Information über den Cluster innerhalb kürzester Zeit. Wer die entsprechenden Ausbreitungsbedingungen hat, kann auf die angegebene Frequenz wechseln, selbst hören und versuchen, die Station zu arbeiten.
Gerade bei DXpeditionen, Contesten, POTA-/SOTA-Aktivierungen oder seltenen Ländern ist ein DX-Cluster deshalb für viele Funkamateure ein alltägliches Werkzeug.
Und für Einsteiger hat er noch einen schönen Nebeneffekt: Man bekommt sehr schnell ein Gefühl dafür, welche Bänder gerade aktiv sind, welche Betriebsarten verwendet werden und was weltweit im Amateurfunk los ist.
Also: Filter setzen, ein bisschen stöbern – und dann am besten das Funkgerät einschalten und selbst hören.
