POTA auf Sylt – Irgendwas geht immer!
Für Gunnar, DO7GR, sollte daraus seine erste POTA-Aktivierung auf der Insel werden.
Doch zwischen Nordseewind, Regen, mäßigem Funkwetter und zwölf Radials lief nicht alles nach Plan.
Dafür gab es jede Menge Improvisation, spannende Funkmomente und großartige Unterstützung durch die Funkfreunde des M19.
Ein Reisebericht, der vor allem eines zeigt: Irgendwas geht immer!
POTA auf SYLT DO7GR 12. – 20.09.2026
Die Vorbereitung
Nun sollte es neben dem Urlaub mit meiner YL zum ersten POTA Einsatz auf Sylt kommen.
Eine ganze Alukiste voll Material wurde gepackt. Kabel, Erdheringe, Stativ. Xiegu G90 (20 Watt, Kurzwelle), Retevis Handfunkgerät RA89 (10 Watt, 2M/70cm), die vertikale Antenne JPC-350 mit meinen 12 Stück Radialen….., meine selbstgebaute T2LT für 2 Meter und dazu noch ein Flyer von „den Draußenfunkern“, falls Passanten fragen haben Draussenfunker Flyer Amateurfunk und meine Lizenz.
Bei dem Ortsverband Sylt (M19) hatte ich mich schon via email angekündigt und von Stefan (DK8OL) gute Informationen über Funkorte auf Sylt bekommen:
„Wir von M19 benutzen oft das tolle Funkmobil von DL4LBD für outdoor-Aktivitäten, speziell beim Leuchtturm-Wochenende. Jeder Parkplatz ist natürlich erlaubt und möglich, der in direkter Nähe eines Leuchtturmes ist. Leuchtturm-Nummern kannst Du immer vergeben, und natürlich auch unsere IOTA-Referenz.“
Standorte, die wir so nutzen:
Parkplatz am LH List-West auf dem Ellenbogen
Parkplatz am LH List-Ost auf dem Ellenbogen
Diese beiden Standorte sind auch sehr interessant für Sammler für das German Square Award.
Parkplatz auf der Wattseite an der Straße zwischen Braderup und Kampen für den Leuchtturm Kampen
Der Leuchtturm Hörnum ist schwierig, da mitten im Ort, und eine gute Stelle zum ungestörten Funken gibt es nicht wirklich…
Dann sind wir noch manchmal mit dem Funkmobil auf dem letzten Parkplatz in Morsum, in der Nähe vom Morsum-Kliff
Das alles machen wir mit unserem Clubcall DL0SY.
Schau mal für mehr Info in QRZ.com unter DL0SY, DK8OL, DL4LBD !
Gäste sind hier oft QRV, hier einige Beispiele von Aktivitäten von Urlaubern:
Sitzbank am Deich am Watt in List, POTA Aktivierung Wattenmeer
Aussichtspunkte (aber dann viel Neugierige…) Uwe-Düne oder Listland. Die Plattform Bunkerhill ist leider etwas kritisch, da eigentlich militärisches Sperrgebiet.
Einfach am Strand mit Vertikal und Erdspieß.
Keitum Wattseite bei den Hügelgräbern
Und natürlich die zu speichernden Frequenzen, wobei erwähnt sei, dass der M19 in Westerland erst gut vier Wochen vorher ein 70 cm Relais installiert hat.
439,125: lokales Relais auf Sylt, DB0SYL, neu seit 2 Monaten. QTH Westerland. Super Reichweite Richtung Osten, nach Norden und Süden etwas abgeschattet. Trägergesteuert, kein Tonruf oder CTCSS. Nur FM
145.500: unsere OV-Frequenz. Hier ist es etwas ruhiger geworden, seit wir das Relais haben.
145.675: Relais auf dem Stollberg bei Bredstedt. Trägergesteuert, kein CTCSS. Nur FM
438.950: Relais auf dem Stollberg bei Bredstedt. FM und C4FM, letzteres aber ohne
Vernetzung. Für FM trägergesteuert mit CTCSS 88.5 Hz
144.550: Alternative Direkt-QRG in FM, aber in letzter Zeit recht inaktiv.
145.775: Relais in Flensburg. Nur, wenn Du einen sehr guten Standort hast. FM, 1750Hz Tonruf, Echolink Anbindung
145.612.5: Relais in Lögumkloster, Dänemark. FM mit 1750Hz Tonruf.
439.075: Multimode Relais auf Helgoland. C4FM, DStar, DMR, FM. CTCSS 91.5Hz in FM. Nur bei guten Bedingungen erreichbar bei gutem Standort.
Falls gewünscht auch noch:
156.800: Seefunk Anrufkanal 16
156.000: DGzRS Relais
160.650: DP07 Seefunk NF
119.750: AM, Flugfunk Tower Sylt
118.400: AM, Info Airport Sylt
Die Anreise und die Unterkunft
Dann ging es über den bekannten Hinderburgdamm (Syltdamm) mit der DB auf die Insel. Die airbnb Unterkunft war schön – für zwei Tage – da es dort Schimmelbefall im Teppich unter dem Sofa gab, haben wir die Location gewechselt. Nun waren wir direkt an den Dünen in Westerland.
Bei der tollen Begrüßung war es natürlich klar, dass Stefan und ich, aber auch einige andere Funker, täglich miteinander QSO`s geführt haben. Stefan bot mir noch an, mir sein Funkmaterial zur Verfügung zu stellen, also Mast, Auffahrschuh, Antenne ( welche ??), ich habe es allerdings nicht angefordert, letztendlich stand der Urlaub mit meiner YL ja im Vordergrund.
Dann begann die Planung. POTA – wo und was? Schnell gegoogelt, hätte auch IOTA werden können, aber…. Ich wollte POTA—na gut…..
Also DE-0019 (Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer), oder DE-0026 Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.
Nun hieß es den geeigneten Standort finden. Wenningstedt sollte es werden und zwar direkt an der Wasserkante, zumal ich mir von dem Salzwasser eine deutliche Verstärkung der nominal möglichen 20 Watt auf SSB erhofft habe.
Das Wetter
Ja, dass Wetter war sehr wechselhaft, also Sonne (T-Shirt), eine Stunde später Regen (aus allen Kübeln – Regenjacke an – durch den Wind Jeans nass). Wind (steife Brise). So hat es sich den ganzen Tag abgewechselt. Moment! Zwei Tage gab es Sonnenschein – 3 Tage nur Regen und Sturm. Das macht jedoch auf Sylt nichts. Sturm ist ja erst, wenn die Schafe Locken bekommen….
Allerdings machte mir dass meine Pläne zum Funken an der Wasserkante unmöglich. Wer hätte mich bei dem Wind noch hören sollen? Blöd – also umplanen.
Strandkorb in Wenningstedt mieten und da ganz gechilled funken – auch blöd! Ist dann nicht mehr DE-0026!
Gut, also erstmal mit 2M/70cm nach Hörnum und auch nach List und versuchen, dass 70cm Relais auf Helgoland DB0HEL zu erreichen. Klar, utopische Vorstellung mit einem Handfunkgerät, bzw. aus dem Wagen heraus, aber …wer nicht wagt, der nicht gewinnt…….
Gut, – hat nicht funktioniert.
Weiter auf die höchste Erhebung in Sylt, die Uwe-Düne (52,5 m.ü. NHN) , also die Holztreppe mit 110 Stufen hoch, auf die Retevis RA89 die Diamond SRH770S geschraubt und mich aus dem starken Wind gedreht. CQ, CQ – 145.612.5: Relais in Lögumkloster, Dänemark angefunkt. Und siehe da––Antwort! Und zwar von Stefan, der mir über dasKlosterrelais 4/8 bestätigte (smile), Ich glaube Stefan war mein guter Begleiter auf Sylt.
Das Funkwetter und POTA
Das Funkwetter wurde von mir täglich beobachtet. Leider waren die Bedingungen für 10 und 15 Meter mäßig bis schlecht. Also entschied letztendlich das Wetter über den das Funkwetter und damit über die POTA Aktivität.
Nun sollte es für POTA der Leuchtturm List-Ost (Latitude: 55° 02′ 58″ N, Longitude: 8° 26′ 37,5″ O) auf dem Lister Ellenbogen werden.
Also, DE-0026 (Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ) Cool, lässt sich mit dem Wagen anfahren – Uncool, 8 Euro Eintritt für die Mautstrasse. Egal, der Plan steht.
Am 16.09. war es soweit, dass Wetter war gut- bis 14.00 Uhr, das Funkwetter nicht unbedingt, egal! Los!
Xiegu G90, JPC-350, 15 Meter Ecoflex 5, und YL (LOL) geschnappt und zum Lister Ellenbogen, dort dann über echt üble Strassen zu einem Parkplatz am Leuchtturm Ost gefahren – inkl. Streitschlichtung zwischen einem Rad-und einem Autofahren….. . da war er nun – rechts der Leuchtturm, links ein Wanderweg, vor mir die Dünenlandschaft. Klasse.
11.00 Uhr
Die Vertikalantenne in den Boden mittels Erdspieß gesteckt und die 12 Radials, a 5 Meter Länge ausgelegt. Hmmm, vor mir ein Zaun- ich habe also die Radials dann unter dem Zaun durchgesteckt und an die jeweiligen Enden leichte Gewichte geknotet. So konnte ich sie in das Schutzgebiet werfen, ohne es betreten zu müssen.
Auf der Parkplatzseite die Radials mit drei Stück roten Sandheringen gesichert (auch Optisch) und die Antenne eingemessen.
Erwähnt werden sollte noch, dass ich dann aus dem Wagen gleich zwei POTA QSO`s auf 2 Meter führen durfte ( DK8OL und DL9GCG). Die Xiegu eingeschaltet und auf 15 Meter gedreht (10 Meter war komplett tot). Mann war ich aufgeregt.
Meine YL übernahm in der Zwischenzeit excellent die Aufgabe, Fahrradfahrer davon abzuhalten über die Radials zu fahren, bzw. Ihre Fahrräder darauf abzustellen.
Ergebnis
TJA….. das Funkwetter war echt mies. Zwischendurch gab es einen keinem Peak und ich konnte mit einer Station in Saudi Arabien sprechen. Leider war die Verbindung plötzlich wieder weg und ich habe mich entschlossen, dieses QSO nicht zu werten. Letztendlich blieb bei 2,5 Stunden POTA als Ergebnis nur die beiden 2 Meter QSO`s und ein bestätigtes QSO mit Russland (RU6HQ), aber der Spassfaktor war trotzdem riesig.
Schnell abgebaut und Petrus öffnete seine Schleusen. Regen, Regen. Regen.
Zurück zum Urlaubs-QTH
Am nächsten Tag, gegen Abend, wollte ich es noch mal wissen……also die Vertikale neben unserer Miniterasse, fast direkt an der Hauswand in den Boden gesteckt, die 12 Radials ausgelegt. Bei sechs der Radiale musste ich maximal improvisieren, da ich die weder auf den Fussweg, noch auf die Strasse – die Terasse war unmittelbar daran- auslegen konnte.
Auf dem 80 Meter Band konnte ich in die Heimat (Grins) funken. Trotz der widrigen Umstände konnten mich sowohl DO7ABC, DO4OZ und auch DG5LAC aufnehmen, bzw ich sie. Gut für 73 und reichte es aus. Allee drei habe ich recht ordentlich verstehen können. Andersrum war es schon deutlich anspruchsvoller. Es fehlte eben die berühmte eine S-Stufe.
Der Abschied
Bei der Abreise konnte ich mich nicht mehr von Stefan verrabschieden, er war an dem Morgen nicht QRV. Das habe ich dann mit einem email nachgeholt.
Und was ist nun die Schlussfolgerung aus den Bemühungen?
Weiter so, irgendwas geht immer, auch wenn alles dagegen spricht. Übrigens…. ich habe mit vor einer Woche einen gebrauchten XIEGU XPA125B gekauft (LOL).
DO7GR
P.S. Ich schicke gerne ein paar Fotos zu den Erlebnissen.
